Profil der 4. Etappe der Vuelta 2022

Am Ruhetag ist der Vuelta-Tross von den Niederlanden nach Spanien gereist. Im Norden des Landes geht es nun mit der vierten Etappe weiter. Nach dem Teamzeitfahren und den zwei Flachetappen steht nun die erste hügelige Etappe an. Rund zweieinhalbtausend Höhenmeter hat die recht kurze Etappe.

Für die Sprinter dürfte das Finale wohl zu schwer sein. Denn zunächst geht es rund 20 Kilometer vor dem Ende einen längeren Anstieg der dritten Kategorie hinauf, der einige Sprinter vor Probleme stellen könnte, sollte das Tempo hoch sein. Aber auch die Zielanfahrt hat es in sich. Fast einen Kilometer geht es mit etwa 8% hinauf – ideales Terrain für die Puncheure im Feld.

Die Abstände in der Gesamtwertung sind noch recht klein, das ermöglicht einigen Fahrern die Chancen auf das Rote Trikot. Mit Blick auf den Kampf um den Gesamtsieg könnte man bei Jumbo-Visma das Trikot vielleicht auch gern mal abgeben wollen, um die Helfer zu schonen. Eine kleine Gruppe mit Fahrern, die im Kampf um den Gesamtsieg wohl kaum Chancen haben, könnte man ziehen lassen. Je mehr Teams darauf spekulieren, dass Jumbo-Visma das Trikot vielleicht gern abgeben will, desto intensiver könnte der Kampf um die Gruppe des Tages ausfallen.

Die Vuelta ist noch jung, die Fahrer frisch und viele Teams hoch motiviert, einen Tagessieg einzufahren. Im Feld gibt es einige Fahrer, denen diese Art von Finale liegt und die hier eine große Chance auf den Tagessieg sehen. So darf man gespannt sein, welche Mannschaften in die Offensive gehen und welche das Rennen kontrollieren wollen.

Die Strecke

Die ersten rund 55 Kilometer nach dem Start sind flach. Zunächst geht es gen Norden, dann wird eine Schleife gefahren und es geht südostwärts. Die ersten Steigung ist rund sieben Kilometer lang und hat fünfeinhalb Prozent. Oben gibt es die erste Bergwertung der 2. Kategorie dieser Vuelta. Fünf Punkte gibt es dort zu holen – der aktuell Führende (Julius van den Berg) in der Bergwertung hat drei Zähler auf dem Konto!

Es folgt eine Abfahrt, einige flache Kilometer und erneut geht es bergan – unkategorisiert, aber wieder dreieinhalb Kilometer mit rund 5%. Bis zur Sprintwertung (rund 35 km vor dem Ziel) bleibt es leicht wellig. Danach beginnt das durchaus anspruchsvolle Finale.

Die sehr ungleichmäßige Steigung zum Puerto de Herrera ist knapp 7 Kilometer lang und hat im Schnitt 5% Steigung. Aber es gibt auch Passagen mit mehr als 10%! Am Gipfel gibt es für den ersten drei Bonussekunden. 15 Kilometer sind es dann noch bis zur Ziellinie, davon 8 km bergab.

Zum Ziel geht es dann noch einmal rund 700 Meter bergauf. Die Straße macht einen Rechtsknick, dann beginnt die Steigung. Zunächst geht es geradeaus mit 7-8% bergan (Foto links). Dann beschreibt die Straße eine leichte Linkskurve und es wird noch deutlich steiler.

Es folgt ein kurzes Flachstück und erneut geht es links rum und dann wieder bergan zum Ziel.

Bergwertungen:
PUERTO DE OPAKUA Km 61,9 | 5 km 6,9%
PUERTO DE HERRERA Km 138 | 7,3 km 4,8%

Sprintwertung:
LAGRÁN Km 118,3

Die Favoriten

Bei dieser Ankunft sind es die Puncheure, die zu den Favoriten zählen. Explosivität, aber eben auch eine gewisse Kletterqualität sind gefragt. Noch vor ein paar Jahren wäre dies die ideale Ankunft für Alejandro Valverde gewesen. Doch inzwischen ist der Altmeister auf diesem Terrain nicht mehr unschlagbar. Julian Alaphilippe in Topform wäre wohl der heißeste Favorit auf den Tagessieg, aber der Weltmeister ist noch nicht wieder bei 100%.

Remco Evenpoel, Sergio Higuita, Joao Almeida, Santiago Buitrago und natürlich auch Primoz Roglic sollte man für diese Ankunft auf dem Zettel haben. Ein noch recht junger Fahrer, der auf solch Terrain bereits siegreich war und eine enorme Explosivität mitbringt, ist Ineos-Profi Ethan Hayter. Der 23-Jährige ist eines der ganz großen Talente und mit seinem Sieg bei der Polen-Rundfahrt hat er eindrucksvoll bewiesen, in welch Verfassung er ist.

***** Ethan Hayter, Sergio Higuita
**** Primoz Roglic, Joao Almeida
*** Remco Evenepoel, Santiago Buitrago, Andrea Vendrame, Daryl Impey,
** Julian Alaphilippe, Alejandro Valverde, Simon Yates, Remy Rochas, Clément Champoussin, Mads Pedersen
* Miguel Angel Lopez, Richard Carapaz, Bryan Coquard, Fred Wright, Quentin Pacher, Maxim Van Gils

Start: 13:40 Uhr
Ziel: ~ 17:30 Uhr


Die noch anstehenden Etappen:

Profil der 21. Etappe der Vuelta 2022

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