Stanisław Aniołkowski (Foto: © Cor Vos)

Die Zahlen sind eindeutig: Rang 20 im UCI World Ranking, neun Saisonsiege, zwei auf World-Tour-Level. Keine Grand Tour in den Top20 beendet, der 30. Platz von Emanuel Buchmann bei der Tour de France war das beste Endergebnis bei einer Grand Tour. Am Ende fällt die Bilanz ernüchternd aus, der Abstieg aus der World Tour ist folgerichtig. Ein Aufbäumen war nicht zu erkennen, das Team fuhr bei vielen Rennen erschreckend schwach.

Die Mannschaft Cofidis hat es nicht leicht, nach der schwachen Saison 2024 ging man bereits mit dem Rücken zur Wand in die entscheidende Saison im Kampf um den Verbleib in der World Tour. Den Kader hatte man stark verändert – mit Teuns, Aranburu, Buchmann und Moniquet potenzielle Punkteliferanten geholt. Doch es wirkte nie so, als könne man im Team eine Aufbruchstimmung entfachen und den Kampf um die World-Tour-Lizenz konsequent annehmen.

Der Startplatz bei der Tour de France 2026 scheint nicht in Gefahr, aber für die mittelfristige Perspektive bringt der Abstieg vielleicht Probleme mit sich. Die Budgets in der World Tour steigen immer weiter, gegenüber potenziellen Partnern neben Hauptsponsor Cofidis muss man Aufmerksamkeit bieten – das gelingt am einfachsten über Erfolg bei großen Rennen. Eine schwierige Aufgabe für das Team. Und auch das Image des sympathischen Underdogs, der sich mit Fahrern wie Simon Geschke gegen die großen Stars stemmt und beispielsweise um das Bergtrikot kämpft, ist kaum noch zu erkennen. Die traditionsreiche französische Mannschaft gibt es nun rund 30 Jahre, sie steckt in einer Krise und steht vor großen Aufgaben.

Zukunftsvision?

Wo geht es nun hin, für das französische Team? Ohne Megabudget wie UAE oder Red Bull braucht es Ideen, neue Ansätze. Dabei geht es nicht nur um den sportlichen Aspekt. Es braucht Innovation, vielleicht auch eine neue Zukunftsvision. General Manager Cédric Vasseur musste das Team verlassen, nun hat Raphael Jeune übernommen. Er steht vor einer großen Herausforderung, muss den Rennstall in einigen Aspekten modernisieren, will man wieder aufsteigen und näher an die Top-Teams rücken. Einen echten Umbruch im Kader wird es zur neuen Saison nicht geben. Man darf gespannt sein, wie die Mannschaft sich im neuen Jahr präsentiert. Es ist ein Aufschwung dringend nötig!