
Jonas Vinegegaard (Visma – Lease a Bike) hat die Königsetappe der Volta Ciclista a Catalunya nach einem starken Auftritt im Schlussanstieg gewonnen. Nach der 5. Etappe liegt der Däne nun auch in der Gesamtwertung vorne.
Mit 51 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger überquerte Felix Gall (Decathlon) als starker Zweiter die Ziellinie. Dritter wurde Lenny Martinez (Bahrain-Victorious), der zeitgleich mit Florian Lipowitz (Red Bull Bora-hansgrohe) ins Ziel kam.
Im Gesamtklassement hat Vingegaard nun einen Vorsprung von 56 Sekunden auf Gall und 1:09 auf Martinez. Lipowitz ist Vierter.
„Es war eine ziemlich harte Etappe“, erklärte ein zufriedener Jonas Vingegaard im Siegerinterview. Anfangs hätte er sich nicht so gut gefühlt, „doch das hat sich dann zum Schluss geändert“. Sein Team hätte heute den Ausschlag gegeben.
Das Rennen: Die 155 km lange Etappe von La Seu d’Urgell zum Coll de Pal wartete mit fünf Bergwertungen auf – eine Angelegenheit für die Klassementfahrer.
Was sonst so passierte:
In der sehr munteren Anfangsphase des Rennens lösten sich verschiedene Gruppen. Zwischenzeitlich konnten sich mit Marc Soler, Davide Piganzoli, Giulio Ciccone, Einer Rubio und Junior Lecerf fünf Fahrer absetzen, während im Feld vor allem Red Bull Bora-hangrohe die Tempo-Arbeit übernahm. Lecerf und Rubio fielen vorne zurück, die vierte und vorletzte Bergwertung gewann Ciccone. Das Trio an der Spitze hatte 30 km vor dem Ziel noch gut eine Minute Vorsprung vor einem stark dezimierten Hauptfeld. Im flachen Teil konnten aber weitere Fahrer zum Peloton aufschließen.
Ciccone setzte sich Schlussanstieg (Ehrenkategorie) zunächst ab, im Feld drückte Ineos-Grenadiers auf die Tempotube. 10 km vor dem Ziel lag der Lidl-Trek-Fahrer noch 1 Min. vor dem Feld. Florian Lipowitz, Lenny Martinez und Felix Gall attackierten aus dem Feld heraus. Als dahinter Jonas Vingegaard das Tempo verschärfte, verloren einige Mitfavoriten das Hinterrad – auch Remco Evenepoel geriet in Schwierigkeiten. Die Gruppe um Vingegaard übernahm 6 km vor dem Ziel die Führung – und Vingegaard ließ kurz darauf auch die übrig gebliebene Konkurrenz stehen und fuhr einem ungefährdeten Tageserfolg entgegen.
Die Erkenntnisse des Tages:
- Jonas Vingegaard war heute fraglos der stärkste Fahrer in Katalonien und sicherte seinem Team einen verdienten Sieg. Man braucht schon etwas Phantasie, um sich auszumalen, dass noch ein anderer Fahrer für den Gesamtsieg in Frage kommt.
- Red Bull Bora-hansgrohe probierte viel, stand am Ende aber mit leeren Händen da. Florian Lipowitz fuhr sehr beherzt, landete auf dem 4. Platz und ist in dieser Form ein Podiumskandidat. Remco Evenepoel indes verlor heute 1:38 Min. und ist jetzt nur noch Sechster in der Gesamtwertung.
- Felix Gall mit einer starken Performance! Der zweite Platz ist der verdiente Lohn für einen couragierten Auftritt des Österreichers.
- Giulio Ciccone hat als Teil der Spitzengruppe heute fleißig Punkte in der Bergwertung geholt. Er liegt in der Sonderwertung nun knapp hinter Baptiste Veistroffer, der leer ausging. In der Gesamtwertung spielt Ciccone keine Rolle, daher wird er weiter auf das Bergtrikot schauen.
- Prominente Sturzopfer in der letzten Abfahrt: Georg Steinhauser, Joao Almeida, Tom Pidcock und Brandon McNulty kamen neben anderen Fahrern zu Fall, konnten aber zunächst weiterfahren. In der Gesamtwertung verloren sie aber zum Teil deutlich an Boden.
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