Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) hat die 80. Auflage von Dwars door Vlaanderen gewonnen. Der Italiener löste sich kurz vor dem Ziel aus der Verfolgergruppe, überholte auf den letzten Metern Ausreißer Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) und holte sich den Sieg. Rang zwei ging an Van Aert, der knapp 50 Kilometer vor dem Ende in die Offensive gegangen war und das Rennen lange angeführt hatte. Dritter wurde Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility), der den Sprint des dezimierten Feldes gewann.
This final kilometer delivers nothing but raw, unscripted drama. 🤯 #DDV26 #FLCS pic.twitter.com/K5T3aLPRGT
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Das Rennen: 185 anspruchsvolle Kilometer von Roeselare nach Waregem, über einige knackige Anstiege.

Was sonst so passierte:
Vom Start weg wurde immer wieder angegriffen, so richtig konnte sich aber keine Gruppe lösen. Zwar sprangen immer wieder Fahrer weg, doch stets wurde nachgesetzt und die Ausreißer eingeholt. An der ersten Auffahrt zur Trieu (rund 105 Kilometer vor dem Ende) zerbrach das Feld in mehrere Gruppen. Es schloss sich aber nochmals eine große erste Gruppe zusammen. Rund 80 Kilometer vor dem Ende löste sich eine kleine Gruppe um Van Aert aus dem Feld. Doch auch diesmal fiel keine Vorentscheidung.
Romain Grégoire, Thomas Gachignard und Niklas Larsen nutzten rund 50 Kilometer vor dem Ende die Chance und lösten sich aus dem Feld. Am Eikenberg griff Van Aert im Feld an und sprang nach vorn an die Spitze zu Grégoire und Larsen. Eine Zeit lang fuhren Magnus Sheffield und Tim van Dijke zwischen Spitze und Feld, Florian Vermeersch sprang 25 Kilometer vor dem Ende zu ihnen aus dem Feld nach vorn. Im Nokereberg fiel Gregoire aus der Spitze zurück, die Gruppe mit Vermeersch und Van Dijke lag etwas mehr als 25 Sekunden dahinter. Doch die Verfolgergruppen schlossen wieder zusammen.
Etwa 10 Kilometer vor dem Ende ließ Van Aert auch Larsen stehen, das Feld lag aber nur noch rund 15 Sekunden zurück. Van Aert blieb vorn, doch Ganna löste sich von den Verfolgern, schloss die Lücke und zog am Ende am Belgier vorbei zum Sieg.
Die Erkenntnisse des Tages:
- Ganna bockstark! Trotz mehrfachem Radwechsel unterwegs war er im Finale sehr aktiv und holte sich am Ende mit einer harten Final-Attacke den Sieg. Beeindruckend.
- Bitter für Van Aert! Im vergangenen Jahr wurde er von Neilson Powless bitter abgesprintet, in diesem verwehrte ihm Ganna die Wiedergutmachung und überholte ihn kurz vor dem Ziel. Die Niedergeschlagenheit war ihm anzusehen. Absolut verständlich! Für ihn heißt es nun, die Kräfte für die Ronde und Roubaix zu bündeln, die Enttäuschung schnell hinter sich lassen.
- Florian Vermeersch war gemeinsam mit Ganna unterwegs, sie hatten sich vier Kilometer vor dem Ende gelöst. Doch Vermeersch fiel zurück ins Feld, Ganna zog durch und gewann. Gut möglich, dass sich Vermeersch das Finale noch mehrfach anschaut und sich ein wenig ärgert. Schon beim E3-Prijs lief es taktisch nicht ideal, nun erneut eine vertane Chance.
- Im Ziel fuhr Mads Pedersen direkt zu Van Aert, legte die Hand auf den Rücken des Belgiers und sprach mit ihm – vermutlich aufbauende Worte. Eine feine Geste des Ex-Weltmeisters!
Das Rennen der Frauen gewann Marlen Reusser (Movistar) vor Demi Vollering (FDJ United – SUEZ) und Lieke Nooijen (Team Visma | Lease a Bike).
The second nail-biter of the day! 🏁 #DDV26 #FLCS pic.twitter.com/dIeA8GlbLR
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