Nach dem Zeitfahren und der schweren 11. Etappe können die Klassementfahrer am Donnerstag erst einmal durchatmen. Die Etappe ist mit 229 Kilometern zwar relativ lang, aber das Profil ist wenig anspruchsvoll. Nach den harten Tagen hat eine Ausreißergruppe gute Chancen durchzukommen, doch vielleicht wollen auch die Sprinter diese Chance nutzen. Es ist für die endschnellen Männer die vorletzte Chance auf einen Etappensieg und so könnte es durchaus sein, dass die Sprintereams das Rennen kontrollieren. Sollte sich jedoch eine große Gruppe davon machen, wird es für die wenigen Mannschaften, die alle Kräfte für ihren Sprinter investieren wollen, sehr schwer, diese zurückzuholen. Sollte jedoch nur eine kleine Gruppe gehen, wäre ein Sprint sehr wahrscheinlich.

 

Die Strecke

Nach dem Start in Forlì führt die Strecke zunächst flach gen Nordwesten, ehe eine Schleife gen Süden gefahren wird und man im Finale wieder direkt Kurs auf das Ziel in Reggio Emilia nimmt. Die ersten 50 Kilometer sind minimal ansteigend, dann geht es zur ersten von zwei Bergwertungen des Tages. Nach einer kurzen Abfahrt und einem Flachstück folgt gleich die zweite Steigung. Sowohl Colla di Casaglia, als auch  Valico Appenninico sind keine schweren Anstiege. Von der letzten Bergwertung des Tages sind es noch 120 Kilometer bis ins Ziel. 

Kate der 12. Etappe des 100. Giro

 

Im Finale der Etappe geht es über breite Straßen mit einigen Kreisverkehren und Fahrbahnteilern, aber diese sollten keine großen Probleme darstellen. Die letzte Kurve gilt es 350 Meter vor dem Ziel zu meistern und es ist komplett flach.

Anfahrt zum Ziel der 12. Etappe des Giro 2017

 

Profil der letzten Kilometer der 12. Etappe des Giro 2017

Die Favoriten

Das wahrscheinlichste Szenario ist wohl, dass eine kleine Gruppe weggelassen wird und die Sprinterteams den Abstand kontrollieren. Doch die Zusammensetzung der Gruppe wird darüber entscheiden, wer im Feld die Arbeit macht. Bora-hansgrohe beispielsweise hat mehrere Optionen für die Fluchtgruppe, aber auch Sam Bennett als Sprinter. Ist Lukas Pöstlberger in der Spitzengruppe, müssen die anderen Teams, wie Orica-Scott und Quick-Step hinten nachführen. on Sunweb darf man erwarten, dass sie im Feld ihrer “Pflicht” nachkommen, doch mehr als die Gruppe weit weg vom Rosa Trikot zu halten, werden sie nicht investieren. Sollte die Gruppe nur 3-4 Fahrer groß sein, würde es wohl reichen, wenn Lotto-Soudal, Orica-Scott & Co. einen Fahrer abstellen.

Für die Gruppe kommt natürlich das halbe Feld in Frage, aber auf der langen Etappe nach den harten Tagen werden Fahrer mit einem großen Motor die besten Chancen haben. Nicola Boem, Pavel Brutt, Marco Marcato, Manuel Quinziato, Cesare Benedetti oder Matteo Busato wären heiße Kandidaten.

Für den Sprint ist die Liste der Top-Favoriten recht überschaubar. André Greipel ist stark, hat aber nicht den idealen Zug, Fernando Gaviria hat bereits zwei Etappen gewonnen und bei Caleb Ewan ist auf der letzten Flachetappe der Knoten geplatzt. Jasper Stuyven wird wieder mit reinhalten, um Punkte zu holen und Sam Bennett ist heiß auf seinen ersten Etappensieg. 

*** André Greipel, Fernando Gaviria, Caleb Ewan
** Jakub Mareczko, Sacha Modolo, Sam Bennett,Ryan Gibbons
* Jasper Stuyven, Roberto Ferrari,Kristian Sbaragli, Phil Bauhaus 

 

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