“Für mich ist Julian Alaphilippe der Favorit”, sagte Grag van Avermaet am Mittwoch. Alaphilippe hat gezeigt, dass er in guter Form ist, ist auch in steilen Anstiegen stark und verfügt über reichlich Punch. Das scheint die ideale Kombination für diese Zielankunft. Doch auch die großen Favoriten auf den Gesamtsieg werden sich bei diesem Finale zeigen. Zeigen müssen. Es geht zwar nicht um Minutenabstände, aber auch Sekunden können am Ende wichtig sein und es geht auch darum, zu zeigen, dass man stark ist. Im Jahr 2011 siegte Cadel Evans und jubelte zwei Wochen Später als Toursieger in Paris. Im Jahr 2015 gewann Alexis Vuillermoz, vor den Klassementfahrern Daniel Martin und Alejandro Valverde.

Damals wurde Peter Sagan übrigens Vierter. Doch durch das neu gestaltete Finale gehört Sagan nicht mehr zu den ganz großen Favoriten. Denn die Steigung mit zwei Kilometern Länge und Passagen von mehr als 10% Steigung wird in diesem Jahr zwei Mal gefahren. Nach der ersten Passage sind es noch 16 Kilometer bis ins Ziel. Die kleine “Zusatz”-Schleife hat eine weitere kurze Steigung und führt zurück in den Ortskern von Mur de Bretagne. Auf diesem Terrain könnte auch ein später Ausreißversuch erfolgreich sein. Spannung ist garantiert.

 

Die Strecke

Nach dem Start in Brest geht es zunächst nach Norden und dann gen Westen. Insgesamt ist die Etappe 181 Kilometer lang. Nach 44 Kilometern steht die erste (4. Kat.) von insgesamt vier Bergwertungen an. Die zweite (Kat 3) ist bei Rennkilometer 68,5 erreicht. Die beiden weiteren Bergwertungen werden jeweils am Zielstrich abgenommen.

Die Sprintwertung wird 46 Kilometer vor dem Ziel passiert. Was eine Attacke bei der ersten Auffahrt zum Ziel zusätzlich interessant machen könnte, ist der Bunussprint rund drei Kilometer nach der Passage. 

Bonussprint nach der Mur de Bretgane

 

Eine extra Runde 

Die Schleife zurück zum Schlussanstieg ist sehr interessant. Es geht über kleine Straßen kurvenreich durch ein Waldstück. Mögliche Ausreißer verschwinden hier schnell aus dem Blick. Die Strecke führt die meiste Zeit leicht bergab und es gibt kaum scharfe Kurven. Etwa an der Drei-Kilometer-Marke erreichen die Fahrer wieder den bekannten Parcours und nach der Abfahrt zur Zwei-Kilometer-Marke beginnt der Schlussanstieg.

Finale der 6. Etappe der Tour de France 2018

Die Steigung zum Ziel ist zwei Kilometer lang und vor allem auf den ersten 1000 Metern recht steil. Die Fahrer gehen aber mit reichlich Schwung und hohem Tempo in den Anstieg. Nach anfänglich rund 10% Steigung wird es in der zweiten Hälfte des Anstiegs flacher. Zunächst sind es noch rund 5 %, die letzten Meter sind dann fast flach. 

Der Anstieg zur Mur de Bretagne

 

Die Favoriten

Kletterstarke Puncheure – das wäre wohl die optimale Beschreibung für den Top-Favoriten. Auf Julian Alaphilippe trifft das sicher zu. Aber auch auf Alejandro Valverde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Favoriten geschlossen in den Schlussanstieg gehen. Aber das Feld wird sicher bereits dezimiert sein, denn es ist zu erwarten, dass sich das Feld bei der ersten Auffahrt zum Ziel bereits ausdünnt. Dass ermöglicht die Chance für Ausreißer. Denn wenn kaum noch Helfer da sind, wer soll auf der Schlussrunde den Ausreißern hinterherjagen? Dennoch, in der steilen Steigung zum Ziel kann man schnell 15-20 Sekunden verlieren, wenn man vorher bereits viele Kräfte verschleudert hat. Die extra Runde gibt der Etappe etwas mehr Spannung, auch wenn Fahrer wie Alaphilippe, Valverde, Nibali und Co. zu den großen Favoriten gehören.

***** Julian Alaphilippe
**** Alejandro Valverde, Daniel Martin
*** Philippe Gilbert, Adam Yates, Vincenzo Nibali
** Peter Sagan, Romain Bardet, Julien Simon 
* Alexis Vuillermoz, Greg van Avermaet, Chris Froome

 
Start: 13:05 Uhr
Ziel: ~17:35 Uhr

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Die weiteren Etappen:

7. Etappe  | Freitag, 13. Juli | Fougères – Chartres | 231 km
Profil der 7. Etappe der Tour de France 2018
Die Etappen zum Durchklicken/wischen: “Pfeiltaste rechts” = zur nächsten Etappe 

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