Alexey Lutsenko (Astana) hat die sechste Etappe der Tour de France 2020 gewonnen. Der Kasache gehörte zu einer achtköpfigen Ausreißergruppe, die sich zu Beginn der Etappe abgesetzt hatte. Auf dem Weg zur letzten Bergwertung ließ Lutsenko seine Begleiter stehen und holte sich nach 191 Kilometern von Le Teil zum Mont Aigoual den Tagessieg. Zweiter wurde Jesús Herrada (Cofidis). Platz drei ging an Greg van Avermaet (CCC). Neilson Powless (EF) wurde Vierter.
“Ein ganz wichtiger Sieg für mich. Das ist die Tour de France, das wichtigste Radrennen der Welt! Ich bin so glücklich. Ich habe so hart für diesen Sieg gearbeitet. Diese Arbeit hat sich heute ausgezahlt”, so Lutsenko. “Wir haben das heute mit unserem Sportlichen Leiter Alexandre Vinokourov besprochen. Da ich auf den vergangenen Etappen schon einige Zeit verloren habe, war die Chance da, in die Ausreißergruppe zu gehen. Am letzten Anstieg habe ich alles gegeben um zu gewinnen. Ich wurde nie wirklich abgehängt, sondern bin immer ein gleichmäßiges Tempo gefahren. Aus dem Teamfahrzeug habe ich gehört, dass die letzten zwei Kilometer des Anstiegs sehr schwer sind. Ich bin mein Tempo weitergefahren und habe einen Vorsprung herausgeholt, der zum Sieg reichte”, so der Tagessieger.
Aus der großen Gruppe mit allen Favoriten auf den Gesamtsieg löste sich Julian Alaphilippe (Deceuninck-QuickStep), holte sich Rang fünf und machte eine Sekunde in der Gesamtwertung gut. In Gelb bleibt Adam Yates (Mitchelton-Scott). 
 

So lief das Rennen

Mit dem Start wurde attackiert und nach wenigen Kilometern formierte sich eine stark besetzte Fluchtgruppe. Jesus Herrada (Cofidis), Nicholas Roche (Sunweb), Rémi Cavagna (Deceuninck-Quick Step), Greg van Avermaet (CCC), Neilson Powless (Education First), Edvald Boasson Hagen (NTT), Daniel Oss (Bora-Hansgrohe) und Alexey Lutsenko (Astana) fuhren einen Vorsprung von rund sechs Minuten heraus.
Den Zwischensprint holte sich Edvald Boasson Hagen vor Daniel Oss. Aus dem Feld hatte sich vor der Sprintwertung Roger Kluge abgesetzt und fuhr zwischen Spitze und Feld. Dahinter gewann Sam Bennett  den Sprint aus dem Feld um die sechs verbliebenen Zähler. An der ersten Bergwertung holten Roche (2 Punkte) und Van Avermaet (1Pkt.) die Zähler. An der zweiten Bergwertung sammelten Roche (2 Punkte) und Herrada (1 Pkt.) die Zähler.
In den schweren Anstieg zum Col de la Lusette ging die Spitze mit rund drei Minuten Vorsprung. Im Feld bestimmte das Ineos Team das Tempo.
An der Spitze attackierte Powless und nur Roche und Lutsenko folgten sofort. Van Avermaet konnte noch einmal aufschließen. Aus dem Feld griff Fabio Aru an und löste sich. Er wurde aber kurz nach der Bergwertung wieder eingeholt.
Etwas weniger als fünf Kilometer vor dem Gipfel des Lusette zog Powless das Tempo an und er setzte sich gemeinsam mit Lutsenko ab. Wenig später ließ Lutsenko dann den Amerikaner stehen.
Lutsenko erreichte den Gipfel knapp eine halbe Minute vor Herrada. Er zog durch und holte sich den Tagessieg.