Nach der flachen zweiten Etappe (Nico Denz im Twitter-Tagebuch: die “höchstwahrscheinlich entspannteste Giro-Etappe”), die mit dem erwarteten Massensprint und dem Sieg von Tim Merlier endete, wird es am Montag anspruchsvoller.

Es sind einige kurze Anstiege zu meistern und das Finale ist auch nicht ohne Tücken. Dennoch, es könnte durchaus erneut zum Sprint kommen, doch ob dann alle endschnellen Männer noch im vorderen Feld sind, dürfte von der Renngestaltung abhängen. Zudem drohen Niederschläge am Nachmittag, was das Rennen zusätzlich schwer macht.

Für Auftaktsieger Tim Merlier sicher die Chance auf den zweiten Sieg, aber Fahrer wie Peter Sagan & Co. sind hier stärker einzuschätzen, als auf dem tellerflachen Teilstück vom Sonntag.

Für die Klassementfahrer geht es darum, ohne Zeitverlust und vor allem sturzfrei das Ziel zu erreichen. Für sie wird es dann am Dienstag das erste Mal auch bergauf etwas bedeutender.


Die Strecke

Nach dem Start in Biella geht es zunächst wenig anspruchsvoll gen Süden. Doch ist Asti passiert, beschreibt die Strecke noch eine kleine Schleife, ehe es dann von Süden in den Zielort geht. Auf dieser Schleife sind dann drei kategorisierte Anstiege und einige unkategorisierte Steigungen zu meistern. Es wird durchaus knifflig.

Karte der 3. Etappe des Giro 2021

Der erste Berg ist der Piancanelli-Anstieg (Kat 3) und vielleicht der schwerste des Tages. Mit 5,5 % und knapp zwei Kilometern kein Monster, aber es geht stellenweise mit 10% bergauf. Allerdings ist es von dort mit rund 70 Kilometern noch sehr weit bis ins Ziel. Die beiden anderen kategorisierten Anstiege Castino & Manera sind deutlich näher zum Ziel und nicht so weit auseinander, haben aber auch steile Passagen. Bekommt ein Sprinter hier am ersten Anstieg Probleme, wird er kaum noch wieder zurück kommen können. Denn es geht über schmale Straßen.

Die letzte Sprintwertung, bei der es um die Bonussekunden geht, hätte vielleicht auch eine Bergprämie sein können.
Denn es geht ordentlich bergauf und animiert vielleicht sogar zur Attacke, oder mindestens Tempoverschärfung.
Denn vom Gipfel sind es keine 15 Kilometer mehr bis ins Ziel!

Das Finale der Etappe ist ebenfalls durchaus anspruchsvoll, auch wenn die Zielgerade flach und breit ist. Denn auf dem Weg zum Ziel muss rund fünf Kilometer vor dem Ziel noch einmal eine kurze Rampe bewältigt werden, ehe es bergab zum Ziel in Canale geht.

Finale der 3. Etappe des Giro 2021

Und auf dem letzten Kilometer sind noch einmal mehrere Kurven zu meistern – nur die letzten rund 250 Meter geht es flach geradeaus ohne Hindernisse zum Ziel. Das ist keine Ankunft der Kategorie “Supereasy”.

Die Favoriten

Etappensieger Tim Merlier wird mit Selbstvertrauen und ohne Druck in die Etappe gehen. Ihm dürfte dieses Finale durchaus liegen. Auch hier zählt er zu den Favoriten. Peter Sagan dürfte mit den Anstiegen, dem Wetter und den kniffligen Passagen auch keine Probleme haben. Fahrer wie Dylan Groenewegen und Caleb Ewan sind ehr bei “einfacheren” Sprints stärker einzuschätzen. Vielleicht stellt man bei Jumbo-Visma um und gibt dem jungen David Dekker eine Chance.

Nizzolo, Moschetti, Viviani, Gaviria – auch sie sollte man auf dem Zettel haben, doch bei dieser Ankunft könnte auch eine weitere Kategorie Rennfahrer zu den Favoriten zählen, wenn im letzten Renndrittel richtig Gas gegeben wird: die Puncheure. Fahrer wie Simone Consonni und Diego Ulissi sollte man dann durchaus beachten. Auch dem Deutschen Max Kanter liegt es mehr, wenn es anspruchsvoll ist – für ihn ist dieser Tag sicher eine gute Möglichkeit, ein Top5-Ergebnis einzufahren.

Oder gibt es eine späte Attacke eines tempofesten Fahrers? Auch das ist möglich, vor allem wenn es tatsächlich wie angekündigt regnet und extrem schwer wird. Luis Leon Sanchez ist sicher immer gern bei solch einer Aktion dabei und Fahrer wie Gianni Moscon oder Alberto Bettiol sicher auch. Es wird spannend!

***** –
**** Peter Sagan, Tim Merlier
*** G. Nizzolo, M. Kanter, Diego Ulissi, D. Dekker
** P. Bevin, S. Consonni, V. Conti
* LL Sanchez, F. Gaviria, G. Moscon, C. Ewan

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