Zu schwer für die Sprinter, zu leicht für die Kletterer – das Finale der achten Etappe ist eine Angelegenheit für Puncheure. Da stellt sich natürlich direkt die Frage, ob sich ausreichend Teams finden, die der Ausreißergruppe des Tages hinterher jagen. Da die Sprinter-Teams das nicht tun werden, erhöht das die Chance für Ausreißer. Sollten nun die Puncheure ihre Chance eher aus der Gruppe des Tages sehen, weil sie nicht glauben, dass im Feld ausreichend Kräfte für die Verfolgung zusammenarbeiten, erhöht das natürlich die Chance für einen Ausreißer-Sieg.

Für die Fahrer im Kampf um den Gesamtsieg wird der Tagessieg weniger verlockend sein. Sie bekommen noch ausreichend Gelegenheiten und wollen wohl eher auf die direkte Konkurrenz schauen und Kräfte für die nächsten Bergetappen sparen. Sie konzentrieren sich wohl darauf, im Schlussanstieg keine Zeit zu verlieren.

So scheinen die Chancen für einen Ausreißersieg gut zu stehen. Diese Überlegungen stellen auch alle Teams an und so werden viele Fahrer versuchen in der Gruppe des Tages dabei zu sein. Das wiederum macht den Kampf um die Gruppe zu Beginn der Etappe meist um so schwerer.

Die Strecke

Karte der 8. Etappe des Giro 2021

Nach dem Start in Foggia geht es gen Westen und das zunächst recht flach. Erst nach rund 35 Kilometern steht die erste kleine Steigung an. Vielleicht kann sich erst hier die entscheidende Gruppe des Tages absetzen.

Bis zur Sprintwertung nach rund 84 Kilometern geht es lange leicht bergan. Es folgt eine kurze Abfahrt, ehe es in den ersten kategorisierten Anstieg geht.

Der Anstieg zur Bergwertung am Bocca della Selva ist zwar lang, aber moderat steil. Im Mittelteil gibt es zwar eine steilere Passage, aber im Mittel sind es keine 5% Steigung. Dieser Berg wird wohl kein größeres Problem darstellen.

Es folgt eine lange Abfahrt, ehe es kurz nach Telese Terme wieder bergauf geht. Etwas mehr als 7 Kilometer vor dem dem Ziel wird die zweite Sprintwertung abgenommen und es beginnt das Bergauf-Finale.

Die Steigung zum Ziel ist kurz und nur im unteren Teil giftig steil. Die letzten Meter sind mit rund viereinhalb Prozent moderat ansteigend.

Es gibt einige Kurven und einen U-Turn kurz vor der 1000m-Marke.

Die Anfahrt zum Ziel der 8. Etappe des Giro 2021

Sprintwertungen:
km 84 Campobasso
km 162.7 Castelvenere

Bergwertungen:
km 120.2 – Bocca della Selva – m 1392 (2a cat.)
km 170 – GUARDIA SANFRAMONDI – m 455 (4a cat. – arrivo)

Die Favoriten

Es scheint eine Etappe für Ausreißer zu sein und da kommt natürlich eine ganze Reihe von Fahrern in Frage. Das Profil liegt den Puncheuren, aber auch bergfeste Baroudeure haben trotz rund 3500 Hm gute Chancen. Bauke Mollema ist nach der verpassten Chance vor zwei Tagen sicher erneut motiviert. Alberto Bettiol scheint in guter Form und auch ihm könnte diese Etappe liegen. Remi Cavagna würde sicher auch gern ausreißen, hier muss man aber die Team-Taktik berücksichtigen und es stellt sich die Frage, ob er doch lieber bei Leader Remco Evenepoel bleibt.

Matej Mohorič hat vor zwei Tagen Gino Mäder zum Sieg gefahren und könnte hier selbst zuschlagen. Thomas de Gendt darf man immer auf der Rechnung haben und ein ganz heißer Tipp scheint Ginaluca Brambilla zu sein. Luis Leon Sanchez, Valerio Conti, Giovanni Visconti und Diego Ulissi sind natürlich auch Fahrer, denen diese Etappe sehr entgegen kommt. Beim Team DSM fuhr Michael Storer bergauf sehr stark, schafft er es in die Gruppe des Tages, könnte er auch weit vorn landen.

Kommt es doch zum Sprint aus dem Feld, sind es Fahrer wie Giulio Ciccone und Dan Martin, oder die Puncheure, die zu den Favoriten zählen.

***** –
**** Gianluca Brambilla, Alberto Bettiol
*** Matej Mohorič, Bauke Mollema
** A. De Marchi, D. Ulissi, LL Sanchez, R. Cavagna
* T. De Gendt, G. Izagirre, E. Rubio, V. Conti, S. Petilli, T. Gallopin

Start: 12:40 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr


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