5. Remco bei der Doyenne
Er war einer der großen Favoriten, stand vor dem Rennen unter Beobachtung. Das Frühjahr seines QuickStep-Teams war bescheiden, nun sollte bei Lüttich-Bastogne-Lüttich der Befreiungsschlag gelingen. Das Wunderkind Remco Evenepoel könnte sein erstes Monument gewinnen, endlich in den Kreis der ganz, ganz großen vordringen. Eine Attacke an der Redoute, so wie einst Franck Vandenbroucke? Viele hatten genau das erwartet.
Das Rennen lief nicht ideal für Evenepoels Team – Julian Alaphilippe stürzte schwer und schied aus. Doch man bereitete Evenepoel den Weg. Es ging in die legendäre Redoute. Ein fieser Anstieg, oft eine Schlüsselstelle des Rennens – rund 30 Kilometer vor dem Ziel. Ein Teamkollege machte das Tempo, dann passierte über die Kuppe genau das, womit alle rechneten – Evenepoel attackiert. Der Belgier eskaliert komplett, das Hinterrad setzt ein Stück zur Seite, der Antritt brutal und konsequent. Die Konkurrenz wusste, was passieren würde, aber dennoch konnte niemand folgen.
🚀 🇧🇪@EvenepoelRemco attaque dans la Côte de la Redoute !
— Liège-Bastogne-Liège (@LiegeBastogneL) April 24, 2022
🚀 🇧🇪@EvenepoelRemco attacks in the Côte de la Redoute! #LBL pic.twitter.com/yyXrzrDn5B
Remco Evenepoel ließ eine kleine Lücke aufgehen und schaltete dann in den TT-Modus. Er zog durch bis nach Lüttich und holte sich den Sieg beim wallonischen Monument. Im Alter von 22 Jahren. Es folgten die Siege bei der Vuelta und der Gewinn des WM-Titels – ein episches Triple – das gelang so jung nichtmal Eddy Merckx.


