6. Girmay jubelt in Wevelgem
Es war ein bedeutender Tag für den Radsport. Der Eritreer Biniam Girmay gewinnt den belgischen Halbklassiker Gent-Wevelgem. Seine Fans drehten durch, Girmay konnte es kaum glauben, die Medienkollegen freuten sich über eine außergewöhnliche Geschichte. Der junge Girmay, über das Entwicklungsprogramm der UCI in den Profiradsport gekommen legte nur wenige Monate nach seinem sensationellen Auftritt bei der WM nach.
Sportlich beeindruckend, aber keine ganz große Überraschung. Girmay fuhr eine starke Klassikerkampagne. Am Tag vor Gent-Wevelgem setzte John Degenkolb den damals noch 21-Jährigen Girmay auf die Favoritenliste. „So stark wie er ist, kann er das Rennen gewinnen. Für mich ist er einer der großen Favoriten“, sagte Degenkolb am Tag vor dem denkwürdigen Sieg Girmays in Wevelgem. Näher kennen lernten sich die beiden Wevelgem-Champions (Degenkolb gewann das Rennen 2014) übrigens erst später. Degenkolb hatte Girmay zu sich nach Hause eingeladen, dieser nahm an und vor dem Radklassiker Eschborn-Frankfurt trafen sich beide, plauderten und drehten auch gemeinsam eine Runde auf dem Rad zusammen.
Für Girmay war der Sieg bei Gent-Wevelgem der Durchbruch, es folgte der Etappensieg beim Giro. Welch Bedeutung die Leistungen von Girmay für den afrikanischen Radsport haben, ist aktuell noch gar nicht richtig abzusehen. Wo auch immer Girmay auftaucht, es sind zahlreiche Fans dabei und sorgen mächtig für Stimmung – teils außergewöhnlich turbulent. Im Jahr 2023 will Girmay bei der Ronde starten, dann auch bei der Tour de France. Dann gibt es hoffentlich das nächste Kapitel dieser außergewöhnlichen Geschichte.


