7. Wout Attack

Zu den ganz großen Radrennen gehören Geschichten, die so stimmig sind, dass man sie kaum glauben kann. Wout van Aert fügte im Sommer eine dieser epischen Erinnerungen hinzu. Die ersten drei Etappen beendete Van Aert jeweils auf Rang zwei. Bitter, dennoch trug er das Gelbe Trikot. Nur ein wenig mehr, als ein Trostpreis. Am vierten Tag der Tour de France packte Wout van Aert die Brechstange aus.

Am letzten Hügel eskalierte sein Team komplett, sie zerlegten das Feld und Van Aert fuhr allein los. Das Gelbe Trikot wie eine Maschine auf Hochtouren, die unstoppbar scheint. Es war eigentlich zu weit bis ins Ziel, um allein gegen die Sprinter bestehen zu können. Es war für den endschnellen Van Aert eigentlich nicht nötig, das Risiko des Solos zu nehmen. Doch Van Aert hatte genug von zweiten Plätzen.

Im Zeitfahren zum Auftakt knapp von Lampaert geschlagen, dann Jakobsen und Groenewegen im Sprint unterlegen. Es reichte, jetzt musste der Sieg her. Es gibt keinen Fahrer wie Wout van Aert im gesamten Peloton. Ein außergewöhnlicher Alleskönner, wie es zuvor in der Geschichte des Radsports nicht mal eine Handvoll gab. Wie er sich an diesem 5. Juli in Calais im Gelben Trikot den Etappensieg holte, beschreibt diesen Sportler exzellent. Beeindruckende Radbeherrschung, pure Power, unbändiger Wille und viel Mut. WvA – eine brutale Maschine.