8. Rosa Hindley

Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg des Giro d’Italia fiel an einem der krassesten Anstiege des Radsports – dem Fedaia. Es war der vorletzte Tag des Giro, die letzte Bergankunft, das ganz große Berg-Finale des Giro an der Marmolada. Nur drei Sekunden lag Jai Hindley in der Gesamtwertung hinter Richard Carapaz. Der Mann in Rosa wirkte bis zum letzten Anstieg souverän. Er demonstrierte Stärke, wirkte, als hätte er das Geschehen stets im Griff – auch wenn er Konkurrent Hindley nicht überlegen war, ihn zuvor nicht abschütteln konnte. Dann ging es den letzten Berg des Giro hinauf. All In – für alle.

Mikel Landa zupfte, Carapaz ließ Tempo fahren. Dann kam der Auftritt von Jai Hindley. Er forcierte und Carapaz kam ans Limit, musste tief in den Roten Bereich. Doch Hindley ließ nicht nach. Ein paar Meter machte Lennard Kämna mental unterstützend noch das Tempo für Hindley, der an diesem Tag schlicht der Stärkste war. Carapaz versuchte irgendwie zu folgen, dann musste er es schnell einsehen – gegen Hindley war an diesem Tag das Rosa nicht zu verteidigen.

Bis ins Ziel kämpfen die Kapitäne gegen sich und den Berg. Die Fans schrieen, die Fahrer pressten die letzten Kräfte aus den ausgezehrten Körpern. Irgendwie durch den Schmerz – die großen Champions litten bis zur Linie. Im Ziel stand es fest: Jai Hindley wird Rosa bekommen und wohl den Giro gewinnen. Ein großer Moment für Hindley und das gesamte deutsche Team Bora-hansgrohe.