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Roglic bei Bora-hansgrohe – es passt noch nicht

Rang 10 zum Saisonauftakt, mehr als fünf Minuten Rückstand auf Sieger Matteo Jorgenson – Paris-Nizza lief für Primoz Roglic nicht wie gewünscht. Die Mannschaft Bora-hansgrohe gibt sich seit Jahresbeginn Mühe, die Erwartungen klein zu halten. Die Tour sei das große Ziel, bis dahin müsse man keine großen Ergebnisse liefern, alles sei dem Juli untergeordnet.

Analysiert man die vergangenen Jahre von Primoz Roglic, würde man davon ausgehen dass er schon im Frühjahr nach Erfolgen strebt. Alles andere wäre seltsam. Der Saisoneinstand 2024 war der schlechteste seit mehr als fünf Jahren. Vor allem in den beiden vergangenen Saisons fuhr Roglic im Frühjahr sehr stark, war es dann auch bei den Grand Tours.

Es gibt aus Bora-hansgrohe-Sicht wohl keinen Grund direkt die Alarm-Glocken zu läuten, doch die Erkenntnis dürfte sein, dass der Weg zum gemeinsamen Ziel herausfordernd ist. Es scheint so, als müssten Superstar Roglic und das deutsche WorldTour-Team noch zusammenwachsen. Mehrfach schien es im Rennen so, als würde die Abstimmung zwischen Roglic und seinen Kollegen noch nicht passen. Nicht nur beim Teamzeitfahren, auch bei anderen Etappen.

Das Mannschaftszeitfahren lief dabei alles andere als ideal. Da hat wohl Primoz Roglic den entscheidende Fehler gemacht. Bergauf schlug er ein derart hohes Tempo an, dass nur zwei Kollegen folgen konnten. Im anschließenden Tempo-Abschnitt zum Ziel fehlte dann das Personal – zu dritt kassierte man einen großen Rückstand. Ein Fehler, der passieren kann, den es aber aufzuarbeiten gilt. Wer trifft die Entscheidungen? Wer hat den Rennplan gemacht und wurde dieser eingehalten? Warum hat Roglic durchgezogen, als hinter ihm alle explodierten? Diese Fragen lassen sich intern diskutieren und beantworten.

Dabei kann der Fehler des Top-Stars auch eine gute Seite haben. Denn wenn der Vorzeige-Athlet – an dessen Gewohnheiten und Arbeitsweise man nun das gesamte Team ausrichten will, um zu dessen Ex-Mannschaft „Visma | Lease a Bike“ aufzuschließen – auch nicht unfehlbar ist, kann das den Druck etwas von den Schultern der Kollegen nehmen.

Was es braucht, ist Aufarbeitung, auch eine kritische Betrachtung innerhalb der Mannschaft. Denn für das große Ziel – das Gelbe Trikot der Tour de France – braucht es einen Top-Leader, Top-Helfer und ein fehlerfreies Rennen. Dort hin ist es für Bora-hansgrohe offenbar noch ein weiter Weg.

Positiv aber auch, dass Aleksandr Vlasov nicht nur mit seinem Etappensieg die Kohlen aus dem Feuer holte, sondern sich ganz offensichtlich mehrfach in den Dienst des Kapitäns Roglic stellte. Als Roglic nicht konnte, sprang Vlasov dann ein und fuhr am Ende ein starkes Rennen. Auch beim Russen fehlt es wohl noch etwas zur Top-Form, aber man hat gesehen, dass Bora-hansgrohe eben nicht „Team Roglic“ ist, sondern mit Vlasov, aber beispielsweise auch Jai Hindley (gutes Rennen & Podium bei Tirreno-Adriatico) durchaus über Qualitäten verfügt! Doch das Ziel des Teams ist der Sieg bei der Tour de France – damit dies nicht nur ein entfernter Traum bleibt, ist Verbesserung nötig. Nimmt man Paris-Nizza 2024 als Maßstab, ist sogar sehr, sehr viel Verbessrung nötig.

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