Traum erfüllt – die Alpecin-Show

Es war durchaus eine Überraschung, als sich Jonas Rickaert und Mathieu van der Poel kurz nach dem Start der 9. Etappe absetzten. Die erste Vermutung: Es geht um den Zwischensprint und das Grüne Trikot. Doch das war nicht das Ziel des Alpecin-Duos! „Es begann mit einem kleinen Scherz und wurde dann immer ernster. Gestern sagte ich, dass ich gerne auf dem Podium der Tour stehen würde, und Mathieu (Van der Poel) meinte, wir sollten zu zweit ausreißen. Wir dachten, die anderen würden uns niemals ziehen lassen, aber sie taten es doch“, so Rickaert nach dem Rennen.
Für solch spektakuläre Ideen scheint Mathieu van der Poel stets zu haben. Bei dem starken Wind wäre es auch eine Möglichkeit, dass später noch weitere Fahrer nach vorn kommen – auch das hatte Van der Poel im Hinterkopf. So setzten sie den Plan tatsächlich um. „Ich glaube, sie dachten, wir würden bis zum Zwischensprint fahren, aber unser Ziel war es von Beginn an, bis zum Ziel durchzuhalten. Wir hätten es fast geschafft“, so Rickaert.
Als das Feld bei Seitenwind rund 30 Kilometer vor dem Ende richtig Tempo aufnahm, schmolz der Vorsprung zusammen. Doch dann war das Tempo im Feld wieder raus und das Duo machte plötzlich wieder Zeit gut. „Als der Abstand auf 40 Sekunden schrumpfte, dachten wir, es wäre vorbei, aber irgendwie haben wir wieder 1:20 herausgeholt, und dann muss man einfach anfangen zu glauben. Wir haben es versucht“, so Rickaert.
Seinen Traum hat er sich erfüllt! Am Ende des Tages stand Jonas Rickaert auf dem Podium der Tour de France – er wurde als kämpferischster Fahrer geehrt. Absolut verdient! Das machte auch seinen Teamkollegen Van der Poel glücklich. Radsport ist Teamsport, auch wenn meist nur ein Fahrer die Blumen auf dem Podium bekommt.
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