Passend zum allgemeinen Jugendtrend im Radsport haben 2022 so viele Deutsche Nachwuchsfahrer wie lange nicht mehr den Sprung zum Profi gewagt. Allein sechs Fahrer sind als Neoprofis in der WorldTour untergekommen. Dazu kommen zwei weitere bei ProTeams. Sieben dieser acht Fahrer kommen aus dem U23 Bereich, einer macht direkt den Sprung aus der Juniorenklasse. Die Zeichen sind international klar – es ist für die Profiteams enorm geworden, schon frühzeitig und gezielt den Nachwuchs zu beobachten und mit ihm zu arbeiten.

Längst sind es nicht nur die Scouts der großen Teams, die die jungen Sportler immer intensiver unter die Lupe nehmen. Auch bei den Fans ist das Interesse an der U23-Klasse gewachsen. Welche Namen sollte man also für die nächsten Jahre bereits auf dem Zettel haben? Nach welchen Fahrern in den Ergebnislisten Ausschau halten? Wir haben 10 deutsche U23 Fahrer ausgewählt, die wohl das Potenzial haben den Sprung in den Profibereich zu schaffen.
(Dies ist eine Liste, kein Ranking und sicher gibt es mehr als 10 Talente mit viel Potenzial)

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Henri Uhlig (Alpecin-Fenix Development Team)

Henri Uhlig — bei der Deutschland Tour 2021

Henri Uhlig geht in seinem dritten Jahr der U23 Klasse einen neuen Weg: vom deutschen Continental Team rad-net Rose wechselt er nach zwei Jahren ins Alpecin-Fenix Development Team. Dort soll die starke Entwicklung, die er trotz der Pandemie in seinen ersten beiden U23 Jahren genommen hat, fortgeführt werden. Uhlig zeichnet sich als Fahrer vor allem durch seine Endschnelligkeit und Explosivität aus. Dabei ist er jedoch kein reiner Sprinter, sondern vielmehr ein schneller Klassikerfahrer. Uhlig „überlebt“ Hügel und anspruchsvolle Rennen um dann aus reduzierten Gruppen heraus um den Sieg zu sprinten. Zudem ist er ein sehr offensiver Fahrer, der insbesondere bei Rennen, die ihm vom Profil her zu schwer sind, gerne in Fluchtgruppen geht. Weiterhin fährt er bei Prologen regelmäßig Top-Platzierungen ein.

Mit einigen starken Ergebnissen im Juniorenbereich aufgefallen, wurde er in seinem ersten U23 Jahr 2020 durch die vielen Rennabsagen ausgebremst. Wenige Rennen auf Topniveau, stattdessen einige Ergebnisse bei kleineren Amateurrennen in Deutschland und Tschechien. Dies änderte sich dann 2021: 14. der Umag Trophy, 2. sowohl im Prolog der Istrien Spring Trophy als auch im reduzierten Sprint der 3. Etappe. Ein starker Auftakt ins Jahr, dem er Top Ergebnisse in der Rad-Bundesliga, einen 4. Platz im Prolog der Oberösterreich Rundfahrt, einen 21. Platz in der Gesamtwertung des Etoile d’Or sowie starke Auftritte in den Fluchtgruppen der Deutschland Tour folgen ließ.

Für 2022 darf man gespannt sein wo die Reise mit Henri Uhlig hingeht. Das professionelle Umfeld bei Alpecin-Fenix und ein Rennkalender, der den Cross-Spezialisten und Klassikerfahrern des Teams entgegenkommt, sollte auch Uhlig und seinen Stärken liegen. Schon in diesem Jahr war er nicht weit von einem Sieg entfernt und mit der aggressiven Fahrweise gepaart mit seiner Endschnelligkeit, ist er in der Lage bei vielen Rennen auf Ergebnis zu fahren. Der Schritt ins ProTeam sollte dann bei entsprechenden Ergebnissen auch kein weiter mehr sein.

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