3. Ineos Grandiers auf dem Weg zurück zu alter Stärke
Im vergangenen Jahr hat das Team Ineos Grenadiers die Top-Position für die schweren Etappenrennen verloren. Von der alten Sky-Dominanz war nichts mehr zu sehen und man verlor den Anschluss an Jumbo-Visma. Hin und wieder blitzte die Qualität dieses Teams auf, beispielsweise beim Sieg von Egan Bernal beim Giro, aber insgesamt war das zu wenig – für Budget und Fahrerqualität. Einige Experten wähnten das Team bereits auf dem absteigenden Ast, zweifelten an der weiteren Entwicklung.
Diese Baskenland-Rundfahrt lieferte einige Anzeichen, dass man dieses Team nicht abschreiben sollte. Auch nicht für die Tour de France. Daniel Felipe Martinez überzeugte beim Giro 2021 und bewies, dass er künftig auch für die Leaderrolle eine echte Option ist. Das bestätigte er nun im Baskenland eindrucksvoll. Aber auch Geraint Thomas fuhr stark, als Helfer. So stark wie lange nicht mehr. Tao Geoghegan Hart scheint auch immer besser in Form zu kommen und Adam Yates zeigte sich auch solide, auch wenn er am Ende ausstieg. Die jungen Wilden – Carlos Rodríguez, Tom Pidcock, Ben Tulett, Magnus Sheffield, Ben Turner und Luke Plapp liefern überzeugend ab, auf ihrem jeweiligen Terrain. Satte 15 Siege hat man bereits eingefahren, mit 10 unterschiedlichen Fahrern!
Es scheint, als habe Ineos Grandiers den nötigen (sanften) Umbruch (über alle Fahrerkategorien hinweg) vollzogen und macht sich wieder auf den Weg, das stärkste Team der Welt zu werden. Bei der Tour wird es schwer, gegen Pogacar und auch gegen die Jumbo-Visma-Gang, doch in der Breite ist man extrem stark und vor allem mit vielen jungen Fahrern scheinbar zukunftssicher aufgestellt. Beeindruckend.

