Ben O’Connor – alles für GC?
Im vergangenen Jahr wurde er Gesamtvierter der Tour de France. Durchaus überraschend, auch wenn die Qualitäten des Australiers bekannt sind. Dabei machte O’Connor viel Zeit aus Fluchtgruppen gut. Gut möglich, dass er in diesem Jahr von der Konkurrenz nicht wieder solche Freiheiten bekommt, man ihn nun noch mehr als GC-Konkurrenz wahrnimmt. Das könnte sich auch auf die Taktik des 26-Jährigen auswirken. Etappensiege aus Fluchtgruppen, wie in Tignes 2021, werden so etwas unwahrscheinlicher. Jedoch hat O’Connor vielleicht ohnehin seinen Fokus auf die Gesamtwertung gerichtet. Beim Critérium du Dauphiné war er nach Roglič und Vingegaard der stärkste Fahrer im Feld. Für sein französisches Team wäre ein Fahrer in den Top5 beim größten Rennen der Welt natürlich von großer Bedeutung.
Vermutlich wird O’Connor beim Critérium du Dauphiné Selbstbewusstsein getankt haben und nun mit dem Fokus auf die Gesamtwertung in seine zweite Tour de France gehen. Man darf gespannt sein, wie er sich dort schlagen kann, wenn die allerbesten Fahrer am Start sind. Schafft er es wieder in die Top5, wäre es ebenso überraschend wie im vergangenen Jahr. Doch so stark, wie er sich beim Critérium du Dauphiné zeigte, ist das keinesfalls unmöglich.

