Helferriege
Es war die erste schwere Bergetappe dieser Tour und noch sind mehr als zwei Wochen zu fahren – man sollte nicht voreilige Schlüsse ziehen. Dennoch, dieser Col du Galibier hat nicht nur die Kräfteverhältnisse der Leader aufgezeigt, sondern auch der Helfer. Jonas Vingegaard war früh isoliert. Selbst Matteo Jorgenson musste seinen Leader früh allein lassen. Das sah in der vergangenen Saison ganz anders aus! Da war man in den Grad Tours im Finale oft in Überzahl. Doch Sturzpech und Krankheiten haben einige Fahrer im Team Visma | Lease a Bike in diesem Jahr zurückgeworden. Edelhelfer Sepp Kuss ist bei der Tour gar nicht am Start, Van Aert nicht so stark wie früher, Kelderman bereits gestürzt und Roglic trägt nun ein anderes Trikot. Die Konkurrenz hat das ganz sicher genau beobachtet und wird versuchen die offensichtliche Schwäche des Titelverteidiger-Teams auszunutzen. Um gegen die UAE-Armada zu bestehen, müssen sich Merijn Zeeman und Grischa Niermann etwas einfallen lassen – vielleicht ganz tief in die Trickkiste greifen.
Überraschend hingegen, wie stark sich Soudal-QuickStep präsentierte. Lange hatte Evenepoel einige Helfer bei sich, und dann auf den letzten Kilometern noch lange Mikel Landa in der kleinen Favoritengruppe, als außer Pogacar alle anderen Kapitäne isoliert waren.
Die stärkste Mannschaft an seiner Seite hat Tadej Pogacar. Das war vor der Tour klar und zeigt sich nun auch im Rennen. In der Ebene, in den Anstiegen und im Finale – UAE scheint übermächtig.

