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Weiß, statt Gelb – UAE dominiert, Visma fährt hinterher

Beim Opening Weekend war es das Team Visma | Lease a Bike, was die Rennen dominierte und verdient die Siege einfuhr. Beim italienischen Schotter-Klassiker war von einer „Yellow B“-Dominanz nichts zu sehen. Sepp Kuss war bei Pogacars Attacke direkt hinter dem späteren Sieger, konnte jedoch nicht folgen. Anschließend gelang es nicht, die Kapitäne entsprechend in Szene zu setzen, sodass am Ende Rang 10 durch Christophe Laporte zu Buche steht. Zu wenig, für dieses Team.

Dabei war man nach Pogacars Attacke mit mehreren Fahrern in der rund 20 Fahrer großen Verfolgergruppe vertreten. Kuss, Laporte, dazu Attila Valter und auch Ben Tulett. Als die Gruppe sich später teilte, verpassten alle Visma-Fahrer den Sprung nach vorn und mussten Kräfte investieren, die Lücke zu schließen. In Belgien bestimmte man eine Woche zuvor das Rennen, war die Mannschaft, die gestaltete – in Italien fuhr man nun hinterher, reagierte mehr, als man agierte.

Ganz anders das Team UAE. Vor dem entscheidendes Sektor kontrollierte man das Rennen, bereitete die Attacke von Pogacar mustergültig vor. Die Konkurrenz war bereits am Limit, als Pogacar dann angriff und davon zog. Anschließend kontrollierten Tim Wellens und Isaac del Toro in der Verfolgergruppe das Geschehen. Erstickten die Bemühungen der Konkurrenz im Keim und gingen die entscheidenden Attacken mit. Wellens wurde 13., der junge del Toro beendete das Rennen nicht, nachdem er wegen Defekt aus der Verfolgergruppe zurückgefallen war.

Welche Erkenntnis lässt sich aus diesem Rennen gewinnen? Wenn Visma | Lease a Bike das neue QuickStep ist, ist UAE das neue Jumbo-Visma? Wohl eher, dass die verschiedenen Klassiker unterschiedliche Charaktere haben – aber im Jahr 2024 wohl entscheidend für den Verlauf des Rennens ist, welcher der „Großen drei“ am Start steht. Mit einem Tadej Pogacar am Start kann UAE ganz anders agieren, als ohne. Das gilt für Visma | Lease a Bike und Wout van Aert ganz sicher auch. Nicht zu vergessen Alpecin-Deceuninck – die ohne Mathieu van der Poel kaum ein Faktor in den Rennen sind.

Nach dieser denkwürdigen Strade-Bianche-Austragung würden sich viele Fans sicher wünschen, dass Tadej Pogacar vom geplanten Rennprogramm abweicht und doch bei ein paar belgischen Klassikern antritt. Doch das slowenische Wunderkind hat in diesem Jahr andere Pläne – der Giro und dann die Tour sind das Ziel. So scheint es, müssen die Fans sich mit einem Duell begnügen – Van Aert vs Van der Poel.

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