Caleb Ewan

Mit 23 Saisonerfolgen und vor allem vier Tour-Etappensiegen kann man beim belgischen Team durchaus zufrieden sein. Doch nach dem tragischen Tod von Talent Bjorg Lambrecht bei der Polen-Rundfahrt liegt ein Schatten auf der Saison. Lambrecht war auf der dritten Etappe gestürzt, unglücklich gegen ein Betonteil gekracht und verstorben. Die Veranstalter der Rundfahrt reagierten besonnen und gaben den Teamkollegen würdevoll Gelegenheit zu trauen. Das Unglück des 22-jährigen Lambrechts berührte Fans und die gesamte Lotto-Soudal-Teamfamilie sehr.

Neuzugang Ewan erfolgreich

Mit dem Australier Caleb Ewan hatte das Team vor der Saison einen neuen Top-Sprinter verpflichtet. Ewan holte zu Beginn der Saison bei der UAE-Tour einen Etappensieg und war auch bei der Türkei-Rundfahrt erfolgreich. Mit zwei Etappensiegen beim Giro d’Italia im Gepäck und als frisch gebackener Papa ging es zur Tour de France. Dort lief es zunächst nicht so richtig rund, doch dann platze der Knoten. Am Ende holte die “Pocket Rocket” insgesamt drei Tour-Etappensiege. In Paris sogar ohne die übliche Aero-Haltung, dafür mit richtig Power. Im Herbst gelang ihm zudem noch der Sieg bei der Brüssel Classic. Eine sehr ordentliche Premierensaison beim neuen Team.

Wellens und De Gent liefern

Thomas de Gendt ist kein Fahrer der oft gewinnt, aber wenn, dann meist spektakulär. So auch bei der Tour de France, als er sich mit einer beeindruckenden Leistung den Sieg auf der achten Etappe holte. Auf Baroudeur De Gendt ist stets Verlass, ebenso wie auf Tim Wellens. Siege bei der Ruta del Sol, der Binck Banck Tour und der Belgien Tour, dazu einige Top10 Platzierungen – durchaus eine solide Saison von Wellens, wenn auch keine überragende.

Reichlich Wechsel

Zur neuen Saison verlassen gleich acht Fahrer die Mannschaft. Maxime Monfort beendet seine erfolgreiche Karriere, dazu gehen mit Tiesj Benoot, Victor Campenaerts und Jens Keukeleire echte Leistungsträger. Doch auch die Neuverpflichtungen können sich sehen lassen. Philippe Gilbert kehrt nach acht Jahren zurück zum Team und verstärkt gemeinsam mit John Degenkolb die Klassikerfraktion. Der junge Kletterer Steff Cras kommt vom Team Katusha-Alpecin und mit Stefano Oldani hat man beispielsweise ein Sprinttalent verpflichtet.

Für die Klassiker, die kurzen Etappenrennen und die Sprints ist man sehr gut aufgestellt. Für die Grand Tours zählt man auch 2020 eher zu den Außenseitern. Aber Carl Fredrik Hagen hat 2019 bei der Vuelta eine starke Leistung gezeigt und das Rennen als Achter beendet, vielleicht kann er das 2020 wiederholen.


Saisonbilanz der Teams 2019 – alle Folgen:

Folge 1 | Deceuninck-QuickStep – weiter Weltspitze

Folge 2 | Bora-hansgrohe – auch ohne Sagan Weltklasse

Folge 3 | Jumbo-Visma – die neue Macht

Folge 4 | UAE – gelungene Transferpolitik

Folge 5 | Astana – konstant stark

Folge 6 | Ineos – Doppelsieg bei der Tour = erfolgreiche Saison

Folge 7 | Movistar – Girosieg & Seifenopern

Folge 8 | Mitchelton-Scott – ohne top GC-Resultat dennoch erfolgreich

Folge 9 | Lotto-Soudal – auf die Kapitäne ist Verlass

Folge 10 | Trek-Segafredo – Licht und Schatten

Folge 11 |  EF Education First – ein großer Sprung nach vorn

Folge 12 | Groupama-FDJ – eine ordentliche Saison  

Folge 13 | Bahrain-Merida – ein Schritt in die falsche Richtung

Folge 14 | Saison 2019: Die Bilanz der WorldTour-Teams | AG2R – zu wenig Siege